Fachbeiträge

September 2026 · Text: Marko Ruh · Lesedauer: ca. 5 Minuten

Parken-Branche unterstützt die Mobilitätswende

Zahl der E-Ladeplätze in Parkobjekten steigt

Beim Ausbau der E-Mobilität in Deutschland spielen Parkhäuser, Tiefgaragen und bewirtschaftete Außenparkplätze eine wichtige Rolle: Im Jahr 2025 wurden rund 39.000 Ladepunkte in bewirtschafteten Parkobjekten bereitgestellt. Bis Ende 2027 soll diese Zahl um 41 Prozent auf etwa 55.000 E-Ladestellplätze weiter steigen.

Ladestation

Die Zahlen basieren auf Ergebnissen der neuen Umfrage „E-Mobilität – Parkhausbetreiber 2026“, die im Frühjahr 2026 unter dem Bundesverband Parken e.V. angehörenden Betreiberunternehmen durchgeführt worden war. Die vorherige Umfrage „Parkhausbetreiber 2024“ hatte bereits ergeben, dass die Mitgliedsunternehmen im Jahr 2025 insgesamt etwa 37.800 E-Ladepunkte in den von ihnen bewirtschafteten Parkobjekten einrichten wollten. Nach den neuen, auf alle Mitgliedsbetriebe im Bundesverband Parken hochgerechneten Ergebnissen wurde dieses Vorhaben um rund 1.200 Ladepunkte übertroffen.

Hohe Investitionsbereitschaft der Parken-Branche

„Die aktuellen Ergebnisse der Umfrage E-Mobilität unter den Parkhausbetreibern im Bundesverband Parken zeigen die hohe Investitionsbereitschaft der Parken-Branche und ihren Anspruch, die Mobilitätswende aktiv mitzugestalten“, sagt Gerald Krebs, Vorstandsvorsitzender Bundesverband Parken e.V. „Bewirtschaftete Parkobjekte wie Parkhäuser und Tiefgaragen entwickeln sich damit deutschlandweit zu wichtigen Bausteinen einer flächendeckenden und alltagstauglichen Ladeinfrastruktur.“

Mehrwerte beim Parken

Der Bundesverband Parken weist in einer Pressemitteilung außerdem auf den praktischen Alltagsnutzen dieses Angebots hin. Wer sein Auto in Parkhäusern, Tiefgaragen oder auf bewirtschafteten Außenparkplätzen lädt, gewinne wertvolle Zeit. Während das Fahrzeug lädt, können Einkäufe erledigt, Termine wahrgenommen und viele andere Aktivitäten verfolgt werden.

Darüber hinaus bieten mittlerweile viele Parkobjekte zusätzliche Services wie Packstationen, Smart Mobility, Car Sharing oder Fahrradverleihe an, so der Bundesverband Parken. Aufgrund ihrer oft zentralen Lagen und guten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr seien Parkhäuser und Tiefgaragen unverzichtbar für die Erreichbarkeit und Attraktivität von Innenstädten und den dortigen Angeboten wie Kultur, Gastronomie oder Shopping.

Öffentliche Lademöglichkeiten im „Mieterland Deutschland“

Eine Herausforderung für den Erfolg der Elektromobilität ist die Tatsache, dass Deutschland das Mieterland Nummer 1 in der EU ist. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) und des Deutschen Mieterbundes leben rund 53 Prozent der Bevölkerung zur Miete. Die bundesweite Wohneigentumsquote wiederum liegt bei etwa 44 Prozent.

Allein schon wegen der zur Verfügung stehenden Parkflächen haben Mieter seltener die Möglichkeit, Wallboxen am Mietobjekt zu installieren und zu nutzen, als Hauseigentümer, die über eigene Garagen und Stellplätze verfügen. Vor diesem Hintergrund kommt der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur in Deutschland eine besondere strategische Bedeutung beim Roll-Out der Elektromobilität zu.

Deutsche öffnen sich der E-Mobilität

Jüngsten Erhebungen zufolge (Quelle: Mobilitätsmonitor 2026) sind rund 26 Prozent der Bevölkerung Deutschlands offen für den Kauf eines Elektrofahrzeugs. Den Ausbau der Ladeinfrastruktur sehen 46 Prozent als wichtige Priorität. Der „Mobilitätsmonitor“ ist eine repräsentative, jährlich stattfindende Umfrage im Auftrag von acatech, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften.

Das Auto ist unverändert das wichtigste Verkehrsmittel in Deutschland (Quelle: Mobilitätsmonitor 2026): 75 Prozent nutzen es mehrmals in der Woche, 53 Prozent sogar täglich. Mit großem Abstand folgen Fahrrad (35 Prozent mehrmals wöchentlich) und ÖPNV (25 Prozent). 77 Prozent der Nutzer bewerten das Auto als unverzichtbar, 49 Prozent das Fahrrad

Dass 26 Prozent für den nächsten Kauf ein E-Auto in Betracht ziehen, bedeutet einen weiteren Zuwachs von drei Prozentpunkten im Vorjahresvergleich. Unter den Bürgerinnen und Bürgern mit hohem sozioökonomischem Status sind dabei deutlich mehr E-Auto-Aufgeschlossene (46 Prozent) – unter den Befragten mit niedrigem sozioökonomischem Status ziehen nur 11 Prozent elektrische Modelle in Betracht.

Das Auto ist unverändert das wichtigste Verkehrsmittel: 75 Prozent nutzen es mehrmals in der Woche, 53 Prozent sogar täglich. Mit großem Abstand folgen Fahrrad (35 Prozent mehrmals wöchentlich) und ÖPNV (25 Prozent). 77 Prozent der Nutzer bewerten das Auto als unverzichtbar, 49 Prozent das Fahrrad.

Fast jeder dritte Neuwagen fährt elektrisch

Aktuelle Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamts bestätigen den Aufwärtstrend der Elektromobilität. Im August 2026 waren 68.930 Neuwagen den Elektro-Pkw zuzuordnen und erreichten einen Anteil von 32,4 Prozent. Diese Antriebsart lag mit 75,1 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahresmonats. Über den bisherigen Jahresverlauf gesehen – Stand 15. September 2026 – meldet das Kraftfahrt-Bundesamt 515.545 neu zugelassene Elektro-Pkw. Das entspricht einem Anteil von 26,2 Prozent am Gesamtzulassungsvolumen und einem Anstieg von 53,1 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Wie Parkhäuser, Tiefgaragen und Kommunen die Ladeinfrastruktur weiter ausbauen, diskutiert die Branche auf der PARKEN – dem Branchentreffpunkt für Parkraumbewirtschaftung und urbane Mobilität.
Save the date: 16.–17. Juni 2027 in Wiesbaden

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